Habt ihr eine Minute? Wir würden euch gerne etwas sagen...

Der Herbst hält langsam Einzug und erinnert uns daran, dass schon wieder ein Jahr vergangen ist. Normalerweise würden wir nun schon wieder mitten an den Vorbereitungen für den Sommer 2019 sitzen. Und doch ist diesen Herbst etwas anders. Wir ertappen uns dabei, dass wir unseren Blick mehr in die Ferne schweifen lassen, als auf den Bogen Papier vor uns auf dem Schreibtisch. Wir verspüren ein leichtes, unruhiges Zucken in unseren Beinen, sobald die kühle Brise uns umweht. Es riecht nach Aufbruch, es riecht nach Abschied.

Das Festival war für uns immer eine Utopie, eine Vorstellung in unseren Köpfen und Herzen, eine Sehnsucht, von der wir immer angetrieben und umgetrieben wurden. Und letztendlich kamen wir der tatsächlichen Verwirklichung dieser Utopie, dank euch, verdammt nahe, näher als man es überhaupt hätte erwarten können. Unser Weg war es dabei, immer alles wild wachsen zu lassen: die Ideen, die Bauchentscheidungen, die Partnerschaften, das Teamgefüge – nichts davon wollten wir in feste Formen pressen. Alles sollte organisch sein, alles fließen. Für uns ist es nun Ausdruck äußerster Konsequenz, jetzt, da das Festival in voller Blüte steht, den Mut aufzubringen, auch die Vergänglichkeit zu zelebrieren und als gleichberechtigten Teil des Lebens zu akzeptieren. Es gibt dafür keinen Grund den wir in Worte fassen können. Es ist allein die Wehmut, die wir im Herbstwind vernommen haben, derselbe Ruf, dem wir vor vielen Jahren gefolgt sind ohne zu wissen wohin die Reise gehen wird. Es ist dieselbe Wehmut, die uns das Zeichen gibt, jetzt nicht festhalten zu wollen, sondern Abschied zu feiern, Danke zu sagen und eine neue Geschichte zu beginnen. Es tut weh, aber es fühlt sich richtig an. Alles fließt.

Vielleicht ist es ausschließlich die Vergänglichkeit, die Momente und Erlebnisse überhaupt schön und bedeutsam macht. Wir wissen noch sehr genau, wie wir uns gefühlt haben als wir 2013, bei der ersten Ausgabe des Festivals, auf dieser kleinen Waldlichtung beim Listhof standen und nicht fassen konnten, was da gerade passiert. Wo gerade noch nur ein Stück Wiese war, wurde plötzlich alles von Magie erfüllt. Wir lagen uns alle in den Armen, hatten Tränen in den Augen. Es war Wahnsinn, es war das pure Glück, es war Schönheit. Wir wünschen uns, dass ihr euch erinnert und unser kleiner Sehnsuchtsort als Rückzugsort in euren Erinnerungen bestehen bleibt, eine Insel in euren Herzen, die für das Gute im Leben steht, aber auch für die Wehmut, die allem Vergänglichen innewohnt. Wenn sich alle Menschen im Alltag so feinfühlig umeinander kümmern würden wie beim Burning Eagle Festival, wenn alle Menschen so rücksichtsvoll und empathisch wären sich selbst und ihrer Umwelt gegenüber– dann wäre die Welt ein Ort, an dem alles möglich wäre. Sogar Utopien. Unsere Utopie.

Für uns bleibt noch zu sagen: Wir gehen, wie wir gekommen sind – demütig und dankbar. Ihr wart wirklich großartig, habt uns immer treu unterstützt. Wir wissen, dass das nicht selbstverständlich ist. Danke auch an das beste Team der Welt, an all die vielen Freiwilligen. Unglaublich was ihr geleistet habt. Und Danke auch an alle Partner, Behörden und einfach alle, die sich von unseren vielen Ideen haben anstecken lassen. Es ist herzerwärmend zu sehen, wie weit man gemeinsam gelangen kann.

Das Burning Eagle Festival ist nun Geschichte. Eine verdammt gute Geschichte, die wir immer gerne erzählen werden. Danke für alles. Wir sehen uns, ganz bestimmt.

Dennis & Henrik